Alles für Ihr Baby & Kids

geschrieben von Frau Helena Haager:

Was tun, wenn die stillende Mutter krank wird?

 

Wichtig bei der Medikamentenauswahl ist es vorher mit dem Arzt zu besprechen, dass gestillt wird und weiter gestillt werden soll.

Fast immer sind stillverträgliche Medikamente einsetzbar. Die unkritische Empfehlung zum Abstillen bei Erkrankung oder Medikamentenbedarf der Mutter beruht meist auf Unsicherheit und mangelnde Information.

Jeder Arzt und jedes Krankenhaus das schwangere und stillende Mütter betreut, sollte die notwendige Literatur zum Nachschlagen haben, um stillverträgliche Medikamente zu wählen. Beipackzettel sind häufig irreführend.

Die meisten Medikamente erreichen die Muttermilch, es fragt sich nur in welcher Menge. Meist erreichen sie nur Konzentrationen die weit unter dem therapeutischen Bereich für Säuglinge liegen. Da Säuglinge jedoch, aufgrund der unreifen Leber- und Nierenfunktion Medikamente nur langsam ausscheiden, ist bei Langzeitmedikation Vorsicht geboten.

 

Medikamente

Viele Medikamente sind in der Stillzeit unbedenklich, dazu gehören kurzzeitig angewandte Schmerzmittel und die meisten Antibiotika.

Nur wenige Medikamente sind absolut kontraindiziert.

 

Untersuchungen

Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen sind in der Stillzeit völlig unbedenklich, ebenso Magnetresonanztomographie (MRT), Computertomographie (CT) und andere. Einschränkungen gelten nur bei Anwendung jodhaltiger Kontrastmittel und radioaktiver Isotope, hier muss eine entsprechend lange Stillpause erfolgen.  

 

Operationen

Lokalanästhetika sind kein Grund für eine Stillpause. Zur Narkose gilt, dass eine Mutter ihr Kind anlegen darf, sobald es ihr Zustand erlaubt.

 

Impfungen

Tot- und Lebendimpfstoffe sind grundsätzlich erlaubt.

 

Kosmetische Anwendungen

Behandlungen die das Wohlsein der Mutter steigern sind möglich.

 

Stillen bei Erkrankung der Mutter

In den meisten Fällen von mütterlichen Erkrankungen ist das Weiterstillen für die Mutter und ihr Baby wesentlich weniger belastend als das Abstillen und die Umstellung auf Flaschennahrung! Die Mutter benötigt jedoch zusätzliche Unterstützung für sich während der Erkrankung. Nur bei wenigen Erkrankungen oder sehr schlechtem Allgemeinzustand der Mutter ist eine Unterbrechung des Stillens oder gar ein Abstillen nötig.

 

Stillen kann zu den schönsten Erfahrungen für eine Mutter und Ihr Baby gehören. Trotzdem können Situationen auftreten bei deren Lösung Sie Unterstützung brauchen

Ich möchte Ihnen gerne helfen eine schöne Stillzeit zu erleben.

Helena Haager IBCLC-Stillberaterin
helena@babykreis.at

www.babykreis.at